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Jadin Valentin-François

1763-ap. 1841

 

 

Fils de François Jadin, Valentin-François est pianiste et a composé quelques œuvres pour son instrument, il succède à son père comme huissier de Victoire de France de 1788 à 1792. Il héberge le jeune Richard Wagner dans sa maison de Meudon en 1841, qui en donne une description amusante, dans Mein Leben.

Les Jadin

François Jadin (1731-1791)

ses fils

Adrien-Paul Jadin (1762-ap. 1790)

Valentin-François (1763-ap. 1841)

Georges Jadin (ii) (1773-ap. 1813)

Louis-Emmanuel Jadin (1768-1853)

Hyacinthe Jadin (1776-1800)

ses frères

Georges Jadin (1742-....)

Jean-Baptiste (1744-1789/1790)

Catalogue des œuvres

  • Premier pot pourri pour clavecin ou piano forte [...] Œuvre 1er.... Gravé par Van Ixe. Paris, Boyer, Mme Le Menu.
  • Second pot pourri pour le clavecin ou le forte piano [...]. Boyer, Mme Le Menu.
  • 3ème Pot-pourri pour clavecin ou piano-forte par Jadin, dédié à Mme Victoire de France. A Paris, chez l'auteur; passage des petits-pères et chez Jadin à Versailles (1787).
  • Il faut céder... paroles & musique de V. F. Jadin..., air pour voix seule et piano.
  • Ma vieille tante Marguerite, sur un poème de M. Silvain Blot..., pour voix esule et piano.
  • Romance, sur un poème de M. Joffroy; pous voix seule et piano (vers 1800)
  • Romance, sur un poème de Jxxx (vers 1800)

Bibliographie

  • Lettre de Richard Wagner à Benedikt Kiez, du 13 octobre 1841
  • Richard Wagner, Mein Leben (Herausgegeben von Martin Gregor-Dellin). List, München 1963, p. 213-214

Dies war Herr Jadin, zwar so alt, daß er sich noch die Marquise von Pompadour in Versailles erinnern wollte gesehen zu haben, dabei aber von der unglaublichsten Rüstigkeit. Er selbst schien es darauf abzusehen, die Welt in bezug auf sein wirkliches Alter in einer steten Aufregung zu halten; wie er sich alles selbst verfertigte, hatte er sich auch eine große Anzahl von Perücken hergerichtet, welche sich in den verschiedensten Nuancen vom jugendlichen Blond bis auf das würdigste Weiß erstreckten, dazwischen grau, angenehm meliert, und diese trug er abwechselnd je nach Laune. Da er alles trieb, war ich erfreut, ihn besonders auf Malerei versessen zu finden. Daß er alle Wände seiner Zimmer mit den kindischsten Karikaturen aus der Tierwelt behängt, ja selbst, daß er nach außen seine Stores auf das lächerlichste mit Gemälden versehen hatte, störte mich nicht im mindesten, da ich im Gegenteil hierdurch in der Annahme bestärkt wurde, daß er keine Musik triebe; bis ich zu meinem Schreck dahinterkam, daß wunderbar verstimmte Harfenklänge, welche aus einer unerklärlichen Region zu mir drangen, aus seiner Souterrain- Wohnung herkamen, wo er zwei Harfen-Klaviere seiner Erfindung stehen hatte, welche zu spielen, wie er mir sagte, er leider lange vernachlässigt habe, wogegen er nun fleißig sich wieder darauf einüben wolle, um mir Freude zu machen. Es gelang mir jedoch, ihn davon abzubringen, als ich ihn versicherte, der Arzt habe mir die Harfe als nervenschädlich verboten. – Als eine Erscheinung wie aus der Hoffmannschen Märchenwelt ist er mir, wie ich ihn zum letzten Male sah, in Erinnerung geblieben. Als wir im Spätherbst wieder nach Paris zogen, bat er uns, auf unsrem Gepäckwagen ein kolossal ungeheures Ofenrohr mitzunehmen, welches er bald bei uns abholen würde. An einem sehr kalten Tage erschien nun wirklich Jadin in unsrer neuen Pariser Wohnung, und zwar in einem höchst frivolen, eigenhändig verfertigten Kostüme, bestehend aus ganz dünnen hellgelben Beinkleidern, aus einem sehr kurzen hellgrünen Frack mit außerordentlich langen Schößen, weit heraushängendem Spitzenjabot und Manschetten, hellblonder Perücke und einem so kleinen Hut, daß er ihm beständig vom Kopfe fiel; dazu eine Unmasse unechter Bijouterie, und dies alles in der unverhohlenen Annahme, daß er sich in dem eleganten Paris nicht so einfach wie auf der Campagne behelfen könne. So erbat er sich das Ofenrohr; wir frugen ihn, wo er die Leute habe, es ihm zu tragen; lächelnd äußerte er sein Erstaunen über unsre Unbehilflichkeit, faßte das kolossale Ofenrohr unter den Arm und verweigerte durchaus, unsre Hilfe anzunehmen, als wir ihm beistehen wollten, es durch die Treppe hinunterzubringen, welches Manöver eine volle halbe Stunde lang seine trotzige Geschicklichkeit in Anspruch nahm; das ganze Haus lief darüber zusammen; er ließ sich jedoch nicht irremachen, brachte sein Rohr richtig zur Haustür hinaus und schwebte mit elegantem Gang das Trottoir entlang, bis er uns auf immer entschwand.

Ich kann aus der kurzen und doch so inhaltsvollen Periode, in welcher ich nun, ganz in meinem Innersten mir angehörend, der Tröstung reinen künstlerischen Schaffens mich hingab, nichts andres berichten, als daß ich, ihrem Ende mich nähernd, so weit gediehen war, der vorausgesehenen ungleich längeren Periode der Störung und der Not jetzt mit heitrer Fassung entgegenzusehen. Diese trat denn auch mit großer Genauigkeit ein; denn gerade nur bis zum Schluß der letzten Szene gelangte ich, als meine 500 Franken zu Ende gingen; nicht mehr aber reichten sie auch zur Sicherung der nötigen Ruhe für die Komposition der Ouvertüre aus; diese mußte ich bis zum Eintritt einer neuen günstigen Wendung meiner Lage verschieben und für jetzt, unter Zeit und Ruhe raubenden Bemühungen aller Art, von neuem zum Kampf um das nackte Dasein mich aufmachen. – Der Concierge der rue du Helder meldete sich bei uns mit der Nachricht, daß die heimliche Familie, welche bisher unsre Wohnung uns abgemietet hatte, wieder ausgezogen sei und daß wir jetzt wieder für den Mietzins aufzukommen hätten. Ich mußte nun erklären, in keinem Falle mich um die Wohnung mehr bekümmern zu wollen und dagegen es dem Hausbesitzer zu überlassen, durch den Verkauf unseres zurückgebliebenen Mobiliars sich zu entschädigen. Dies wurde denn unter den empfindlichsten Verlusten aller Art vermittelt, und das Mobiliar, für welches ich noch den größten Teil der Bezahlung schuldete, ward für die Miete einer von uns nicht mehr benutzten Wohnung dahingegeben. Unter den unsäglichsten Entbehrungen suchte ich es immer noch möglich zu machen, so viel freie Zeit zu behalten, daß ich die Instrumentation meiner Komposition des Holländers ausarbeiten konnte. Die rauhe Herbstwitterung trat ausnahmsweise frühzeitig ein, aus allen Sommerwohnungen zog man nach Paris zurück, so auch die Familie Avenarius. Nur wir konnten nicht daran denken, weil wir die Mittel zu dieser Übersiedlung nicht aufzutreiben vermochten. Ich gab dem hierüber betroffenen Herrn Jadin vor, mit meiner Arbeit gedrängt zu sein und jede Unterbrechung, selbst trotz der empfindlichen Kälte der leicht gebauten Wohnung, vermeiden zu müssen. So wartete ich auf Erlösung durch einen früheren Bekannten in Königsberg, Ernst Castell, einen jungen vermögenden Kaufmann, welcher uns vor kurzem in Meudon aufgesucht, nach Paris zu einem schwelgerischen Gastmahl entführt und uns versprochen hatte, uns baldigst durch einen, wie wir wußten, ihm leicht fallenden Vorschuß aus unsrer üblen Lage zu befreien. Um in unsrer ungemütlichen Verlassenheit uns zerstreuende Gesellschaft zu leisten, kam eines Tags Kietz mit seiner großen Zeichenmappe und einem Bettkopfkissen unter dem Arm zu uns heraus; er wollte an einer mich und meine Pariser Leiden darstellenden großen Karikatur zu unsrer Belustigung arbeiten, und für die Erholung davon sollte das Kopfkissen auf unsrem harten Kanapee, auf welchem er keine Erhöhung für den Kopf bemerkt hatte, ausreichen. Da er wußte, daß uns die Beschaffung von Feuerungsmaterial schwierig war, brachte er einige Flaschen Rum mit, um für die kalten Abende uns durch Punsch einzuheizen; ich las ihm und meiner Frau bei solchen Gelegenheiten Hoffmannsche Geschichten vor. Endlich traf die Nachricht aus Königsberg ein, welche mich darüber belehrte, daß der junge Wüstling sein Versprechen nicht im Ernst gemeint hatte. Nun starrten wir gänzlich hilflos in den kalten Nebel des herannahenden Winters hinein. Da aber erklärte Kietz, jetzt sei es seine Sache, Hilfe zu schaffen; er packte seine Mappe ein, steckte das Kopfkissen dazu unter den Arm und zog so nach Paris ab, um andern Tages mit 200 Francs zurückzukehren, welche er sich in aufopfernder Weise zu verschaffen gewußt hatte. Sogleich machten wir uns auf, um in Paris uns eine kleine Wohnung zu mieten, welche wir in der Nähe unsrer Freunde, in einem Hintergebäude des Hauses Nr. 14 der rue Jacob, fanden. Später erfuhr ich, daß kurze Zeit nach uns Proudhon dieselbe Wohnung innegehabt habe.

Jean-Marc Warszawski
26 mars 2012

 

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