musicologie  vendredi 20 novembre 2020.

Mozart, Haydn, Kraus, par le Mozarteum-Quartet Salzburg

Das Mozarteum-Quartett Salzburg, W. A. Mozart, J.M. Kraus, M. Haydn, Orbis 1968 (Orbis 77 191).

A : Wolfgang Amadeus Mozart, Streichquartett Nr. 21, in D-dur, KV 575, Allegretto, Andante, Menuetto: Allegretto, Allegretto.

B : 1. Joseph Martin Kraus, Göttinger Quartett A-dur, Allegro, Adagio, Scherzo: Allegro molto ; 2. Michael Haydn, Streichquartett in F-dur, Allegro, Menuetto, Adagio, Finale: Allegro.

 

Wolfgang Amadeus Mozart Streichquartett Nr. 21 D-dur, KV 575 Allegretto, Andante, Menuetto: Allegretto, Allegretto.

Unmittelbar nach dem Figaro hat Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) seine letzte Quartettgruppe begonnen. Sie besteht aus dem einzelnen Streichquartett D-dur KV 499 (1786) und jenen drei für den königlichen Violoncellisten Friedrich Wilhelm II. von Preußen geschrie­benen in D-dur KV 575, B-dur KV 589 und F-dur KV 590. Diese so­genannten »preußischen« Quartette (1789/90 in Wien entstanden) sind eine der spätesten Gruppen in Mozarts instrumentalem Schaffen über­haupt; sie beginnen, als die Komposition von Sinfonien, Serenaden und Violinsonaten abgeschlossen ist, und enden - durch bestrickenden Klangreiz die zeitliche Nachbarschaft verratend (Moser) - in der Nähe von Cosi fan tutte. Auffällig an ihnen ist - gegenüber den sechs Jos. Haydn gewidmeten Quartetten (1782-85) - die zunehmende Subli­mierung der Satztechnik, die reichere Behandlung der Unterstimmen (Celloparte vielleicht für den königlichen Auftraggeber bestimmt) so­wie vor allem aber die Neigung zu immer schlichterer Tonsprache, die ein allgemeines Kennzeichen für Mozarts Spätstil ist.

Als eine Perle unter seinesgleichen gilt zweifellos das hier vorliegende erste der drei »preußischen« Quartette - das in D-dur KV 575. Die sinnenfreudige Melodik des Allegretto entwickelt sich aus einem ein­zigen Thema. Zwar gibt es noch ein zweites Thema und Seitengedanken, aber sie sind vom Hauptthema abgeleitet und tragen das Geschehen konfliktlos über die Durchführung dem Ausklang zu. Nach einem schlichten Andante, einem tänzerisch beschwingten Menuett beschließt ein bezauberndes, an Haydn gemahnendes Rondo-Allegretto dieses reife Werk.

Joseph Martin Kraus Göttinger Quartett A-dur
Allegro, Adagio, Scherzo: Allegro molto.

Joseph Martin Kraus (1756-1792) - von den Musiklexika eher stief­mütterlich behandelt, wenn nicht gar verschwiegen - wurde mit zwölf Jahren in das Internat des Jesuitengymnasiums und Musikseminars in Mannheim aufgenommen; Mitglieder der Mannheimer Kapelle waren zeitweilig seine Lehrer. Nadi einer authentischen Überlieferung gehör­ten Violinkonzerte von Chr. Cannabich, I. Fränzl und W. Cramer zu seinem Übungsmaterial. In den Jahren zwischen 1773 und 1777 stu­dierte Kraus in Mainz, Erfurt und Göttingen Jurisprudenz und Philo­sophie. Gleichzeitig trat er im Sinne des »Sturm und Drang« mit literarischen Arbeiten hervor (ein Trauerspiel Talon und ein Pamphlet Etwas von und über Musik, beides anonym gedruckt). Private Gründe (Denunziationen und ein unbegründetes Rcchtsverfahren gegen seinen Vater) bestärkten seinen Entschluß, »an fremden Ufern sein Glück« zu suchen, und so folgte er 1778 einem schwedischen Studienfreund nach Stockholm, wo er am 21. November 1779 Mitglied der Musikakademie und 1781 Kapellmeister an der Hofoper wurde. Auf Kosten König Gustavs III. - zum Teil sogar als dessen Begleiter - unternahm Kraus 1782-88 Studienreisen ins Ausland. Neben Rom, Florenz, Neapel, Paris und London besuchte er auch Wien und lernte dort 1783 Gluck, Haydn und Albrechtsberger kennen. Nach seiner Rückkehr nach Stockholm trat er bis zu seinem Tode - er starb an einem Lungenleiden - besonders als Operndirigent hervor.

Kraus, dessen musikalisches Œuvre u. a. aus Opern, Sinfonien, Kirchen- und Kammermusik besteht, wird bisweilen »der schwedische Mozart« genannt, obgleich er mehr Ähnlichkeit mit dem jungen Beethoven und den französischen Meistern der Revolutionszeit hat, »deren drama­tischen und hochpathetischen Stil, aber auch Unausgewogenheit im Formaufbau er teilt« (Riemann).

Das Göttinger Quartett des Komponisten, der mit Mozart das Geburts­jahr gemeinsam und diesen um genau 12 Monate und 10 Tage überlebt hat, mag dem Hörer eine freundliche Bekanntschaft vermitteln.

 

Michael Haydn, Streichquartett F-dur
Allegro, Menuetto, Adagio, Finale: Allegro.

Michael Haydn, der 1737 in Rohrau geborene (und 1806 in Salzburg gerstorbene), fünf Jahre jüngere Bruder Josephs, war zu einer Zeit als Vokal- und Instrumentalkomponist überaus geschätzt. Wie sein Bruder - wurde auch Michael Sängerknabe am Stephansdom in Wien0 Mir 20 Jahren ging er als bischöflicher Kapellmeister nach Groß-Wardein (Ungarn) und lebte von 1762 an bis zu seinem Tode in Salzburg wo er in der fürsterzbischöflichen Hofkapelle als »Hofmusicus unc Concert-meister« fungierte.

Michael Haydn war der Lehrer Carl Maria von Webers und der Kollege Leopold Mozarts, dessen Sohn Wolfgang Amadeus besonders die kirchenmusikalischen Werke Michaels sehr liebte.

Das alle Sparten der Musik umfassende Lebenswerk Michael Haydns st auch an Umfang reich. Zu ihm gehören u. a. 32 lateinische und 8 deutsche Messen (darunter mehrfach Hier liegt vor deiner Mjestät), at 2 Requiems (das 2. unvollendet), 117 Gradualien, 45 Offertorien. 46 Sinfonien, 50 Orgelpräludien, 9 Streichquartette sowie viele reizvolle Männerchöre a cappella und kleine Orchesterstücke für Kammerbesetzung, ja sogar einige amüsante Bühnenwerke, darunter der kürzlich in Florenz aufgefundenc Zweiakter Andromeda e Peneo (1787). Eine große Zahl seiner Werke ist jedoch nur handschriftlich erhalten - Midtael Haydn hatte die Drucklegung abgelehnt.

 


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